Erste Riwwel-Veranstaltung in München: Ostertraditionen und Osterspiele der Wolgadeutschen
- 9. Apr.
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Aktualisiert: 10. Apr.
Am Dienstag, den 7. April, veranstaltete Riwwel erstmals eine Osterveranstaltung in München. Die Veranstaltung fand in den Räumlichkeiten des Partners Haus des Deutschen Ostens (HDO) statt.

In seinem Grußwort betonte der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius, die Bedeutung der Bewahrung kultureller Traditionen – insbesondere unter der jungen Generation. Zugleich äußerte er die Hoffnung auf eine weitere Entwicklung der Zusammenarbeit und gemeinsamer Projekte und hob die wichtige Rolle der Organisation Riwwel gUG in der Arbeit mit den Zielgruppen der Russlanddeutschen und Spätaussiedler hervor.

Nikita Heidt, der Leiter von Riwwel gUG, stellte die Organisation vor, berichtete über bereits umgesetzte sowie geplante Projekte und erläuterte, wie die Arbeit von Riwwel in Bayern aufgebaut wird und welche Möglichkeiten sich für Teilnehmende ergeben.

Der Hauptteil der Veranstaltung bestand aus zwei Abschnitten. Im ersten Teil erläuterte der Historiker und Kurator der Münchner Abteilung, Egor Lopatschow (Schäfer), wie die Vorbereitung auf Ostern in den Haushalten der Wolgadeutschen aussah. Er berichtete über Traditionen der Osterwoche, überlieferte Osterlieder sowie über typische festliche Speisen.

Die Leiterin des Sachgebiets Öffentlichkeits-, Medien- und Pressearbeit, Bibliothek des HDO, Dr. Lilia Antipow – selbst Nachfahrin von Wolgadeutschen – sprach über die traditionelle Osterkleidung für den Kirchgang. Dabei präsentierte sie unter anderem Fotografien aus ihrem Familienarchiv und begrüßte die Teilnehmenden im Dialekt.
Der zweite Teil der Veranstaltung war den traditionellen Osterspielen gewidmet. Die Teilnehmenden lernten die Regeln der Spiele Eierschieben und Eierschuhwelle kennen und konnten sie anschließend selbst ausprobieren.
Beim Spiel Eierschuhwelle wird zunächst eine geometrische Figur auf den Boden gezeichnet. In einem bestimmten Abstand dazu werden kleine Gruben ausgehoben. Ziel des Spiels ist es, ein Ei so zu stoßen, dass es in eine dieser Gruben rollt. Dieses Spiel existierte ausschließlich bei den Wolgadeutschen und wurde höchstwahrscheinlich von ihnen selbst entwickelt. Bei der Veranstaltung wurden zwei verkürzte Varianten des Spiels präsentiert, die von Egor Lopatschow erforscht und rekonstruiert wurden. Mit ihrer Vorstellung in München soll die Aufmerksamkeit auf traditionelle Spiele gelenkt und ihre stärkere Einbindung in kulturelle Veranstaltungen angeregt werden.
Mehrere Teilnehmende bemerkten zudem die Ähnlichkeit der Spiele mit traditionellen Spielen in Bayern – wenn auch mit leicht abgewandelten Regeln.
Riwwel bedankt sich herzlich beim Haus des Deutschen Ostens sowie insbesondere bei seinem Direktor Andreas Otto Weber und bei Lilia Antipow für die Zusammenarbeit, die Unterstützung bei der Organisation und die Bereitstellung der Räumlichkeiten.
Die Tagesveranstaltung fand im Rahmen des Kurses für Spätaussiedler:innen „Gemeinsam unterwegs: Identität. Anerkennung. Begegnung“ statt und wird vom Bundesministerium des Innern und für Heimat gefördert.
Foto: Viktoria Flikkinger



















































